Stempel Lekamwing

Presse

Ein Leben für die Kampfkunst

Sifu (Meister) Brunke Bast mit seiner Lieblingswaffe, dem Schwert. (Foto: Steffen Andritzke)

Artikel aus: Epoch Times Germany von Steffen Andritzke, 25.04.2006

Es ist nicht leicht in irgendetwas meisterlich zu werden und es ist auf keinen Fall leicht in irgendetwas ein Meister zu sein. Auch, und schon gar nicht in der traditionellen chinesischen Kampfkunst „Kung Fu“. Sifu Brunke Bast aus Hamburg ist Kung Fu Meister und konnte im vergangenen Jahr in der „Kategorie der Meister“ fünf Weltmeistertitel erringen.

Wer beim Betreten seiner Kampfkunstschule wilde Flegel mit blutigen Nasen erwartet, muss bereits am Eingang seine vorgefertigte Erwartungshaltung überprüfen. Dort thront nämlich eine Buddhastatue, die mit strengem Blick die Kommenden mustert. Bereits hier ahnt man, dass es keine Schule ist, bei der es nur um intelligenzfreies Schlagen und Treten geht, sondern dass hier ein Geist herrscht, der seinen Ursprung offensichtlich in der buddhistischen Lehre hat. Wie kommt nun aber ein Norddeutscher dazu Kung Fu Meister zu werden und was für eine Verbindung hat er zum Buddhismus?

Eine TV-Serie und ihre Folgen

„Ich bin durch die alte TV-Serie mit David Carradine auf Kung Fu aufmerksam geworden und es hat mich fasziniert, dass diese Kampfkunst auch noch einen philosophischen Hintergrund hat“, sagt Sifu Bast. Da früher aber das traditionelle Kung Fu in Deutschland kaum verbreitet war, begann er im Alter von zehn Jahren erst einmal Karate, Judo und Teakwondo zu betreiben. Trotzdem gab er die Suche nach einem Kung Fu-Lehrer nicht auf. Es schien in ihm eine große Sehnsucht nach dieser Kampfkunst zu existieren, die er in fester Verbindung mit Buddhismus, Bescheidenheit, Disziplinierung und Kultivierung des Charakters sieht.

Nach Jahren der Suche fand er endlich doch jemanden, der ihn im Kung Fu unterrichten konnte. Er trainierte jetzt täglich, wenn es sein musste auch auf einer Wiese oder im Garten seiner Eltern. „Meine Eltern befürchteten allerdings, ich könnte damit anderen Menschen Schaden zufügen und fanden es auch sehr befremdlich, dass ich jetzt auch noch mit Waffen im Garten rumgesprungen bin. Vater sagte oft ‚oh Gott, oh Gott, wo führt das denn bloß hin?’“

Ein Brief an den Großmeister in China

Nach jahrelangem hartem, täglichem Training schrieb Brunke schließlich einen Brief an den Großmeister in China, der ihn daraufhin zu seiner ersten Unterweisung einlud. „Diese Einladung war für mich sehr erfreulich denn es war früher überhaupt nicht üblich, dass die alte traditionelle Kampfkunst außerhalb Chinas verbreitet oder Ausländern gelehrt wurde. Als mein Meister aber sah, wie hart ich trainierte, nahm er mich zum Glück dann doch als seinen Schüler auf.“

Als er 1990 seine Prüfung als Lehrer bestanden hatte, durfte er sein Wissen auch selber an andere weitergeben. Tagsüber arbeitete er als Kältetechniker und abends gab er seinen Schülern zwei Jahre lang Unterricht in einem Keller, bevor er Räume anmieten konnte, um seine eigene Schule zu eröffnen. Auch flog er weiterhin regelmäßig zu seinem Meister, um sich in alle Elemente dieser Kampfkunst einweihen zu lassen. Täglich arbeitete er sehr hart an sich um sich immer weiter zu verbessern. „Die größte Herausforderung hierbei ist die Eigendisziplinierung in Form von regelmäßigem Training – auch wenn man mal keine Lust hat. Das ist äußerst wichtig um stetig voran zu kommen. Eigentlich geht es gar nicht darum andere zu bekämpfen, sondern darum den eigenen inneren Schweinehund zu besiegen.“

Durch harte Arbeit etwas erreichen

Auf die Frage nach seinem härtesten Training erzählt er: „Das war 1995 in China. Damals musste ich die „eisernen Hände“ trainieren und sie fünf Stunden in einen Eimer mit Erbsen schlagen, greifen und wieder loslassen. Zuvor musste ich aber eine Abhärtungsübung auf einem mit Sand gefülltem Leinensack machen, auf den ich meine Hände schlagen musste. Danach musste ich sie in eine Schüssel mit heißem Wasser tauchen in der eine speziell angefertigte Mixtur enthalten war um sie abzuhärten. Dies war aber auch zugleich ein Teil meiner Meisterprüfung – nämlich den Schmerz zu überwinden und die Aufträge meines Meisters so gut zu erfüllen wie es nur eben geht.“ Insgesamt wurde er bei seiner Meisterprüfung täglich über einen Monat lang geprüft: wie er kämpfte, ob er die Techniken und die Formen gut beherrschte, Kraft, Schnelligkeit und Durchhaltevermögen, wie er sich seinen Mitschülern gegenüber verhielt – ja sogar wie er seinem Meister den Tee reichte, wurde in diesen Wochen geprüft um zu entscheiden, ob er überhaupt würdig und ehrenhaft genug war, das Erbe des Kung Fu in dieser Generationsfolge weiterzuführen. „Ich bestand schließlich diese umfassende Prüfung und durfte mich von nun an Sifu (Meister) nennen. Ich erkannte damals, dass ein sehr wichtiger Bestandteil dieser Ausbildung auch der Respekt vor den alten Traditionen und Regeln ist und dem Nutzen, den wir daraus ziehen, indem wir uns ihnen unterwerfen. Im Grunde genommen wächst man ja erst am Widerstand.“ Wen wundert es dann noch, dass „Kung Fu“ übersetzt soviel bedeutet wie „durch harte Arbeit etwas erreichen“.

Kung Fu – eine Kampfkunst der Gelehrten

„Ein bisschen habe ich auch das Gefühl auf etwas verzichtet zu haben. Ich konnte nicht so oft durch die Kneipen und Discos von St.Pauli ziehen, weil ich jeden Abend im Trainingsraum verbrachte. Wenn man aber herausragende Leistungen erbringen will, muss man auch herausragenden Einsatz einbringen – egal was man tut. Jeder gute Fußballer hat wohl das gleiche Programm und jeder erfolgreiche Geschäftsmann wird wohl auch auf irgendetwas anderes verzichten müssen - man kriegt eben nur das heraus was man hineinsteckt.“

Heute ist er fünffacher Weltmeister und selbst sein Vater ist jetzt sehr stolz auf ihn. Meister Bast sagt dazu: „auch wenn ich fünf Titel geholt habe, sollte man das relativieren, da es ja nicht nur eine Weltmeisterschaft gibt. Es gibt bestimmt auch andere, die es noch besser machen als ich. Außerdem sehe ich mich immer noch als einen Schüler meines Meisters, der versucht sich weiter zu verbessern. Man lernt eben nie aus.“ Trotzdem hat er inzwischen weltweit den höchsten Level in seinem Stil erreicht und seine Schule zählt mit etwa 800 qm und 900 Schülern (bundesweit) mittlerweile zu den größten Kampfkunstschulen Europas.

Jeden Tag gibt er vormittags und nachmittags Unterricht. „Ich führe auch viele Gespräche mit meinen Schülern und sobald mir auffällt, dass einer in eine extreme Richtung geht, trenne ich mich von ihm. Ich kann doch keinen Extremisten in der Kampfkunst ausbilden und dann auch noch Vollkontakt kämpfen lassen. Ich denke sowieso, dass Kung Fu nur Leute mit einer bestimmten Intelligenz lernen können. Man sagt auch, Kung Fu sei die Kampfkunst der Gelehrten. Allerdings“ so sagt er weiter „sollte man sich aber auch genau über den Lehrer informieren, bei dem man lernen möchte – auch neue Schüler sollten sich erstmal einen Eindruck von ihm verschaffen.“

 

 

AUF DEN SPUREN VON BRUCE LEE - BOXWELTMEISTERIN INA MENZER BEI KUNG FU WELTMEISTER BRUNKE BAST

Boxen trifft Kung Fu. Boxweltmeisterin Ina Menzer und Kung Fu Weltmeister Brunke Bast. (Foto Steffen Andritzke)

Artikel aus: Epoche Times Germany von Steffen Andritzke, 17.07.2009
 
Während sich andere im Urlaub entspannen, nutzen manche Profisportler die wettkampffreie Ferienzeit, um sich immer weiter zu verbessern oder auch einmal in andere Sportarten reinzuschnuppern. So auch Boxweltmeisterin Ina Menzer, die bei einem Training beim mehrfachen Kung Fu Weltmeister Sifu Brunke Bast heute ihre sportliche Vielseitigkeit unter Beweis stellte.

Sie selber begann ihre Karriere in einer Kung Fu Schule in Mönchengladbach bevor sie ins Boxerlager wechselte. Das ist nun schon über zehn Jahre her. „Ich hatte schon lange den Wunsch, einmal wieder zu meinen Kung Fu Wurzeln zurück zu kehren. Heute hat es endlich auch einmal von der Zeit her gepasst", sagte die Neuhamburgerin aus dem Universum Boxstall.

„Ich kannte bisher in Hamburg keine solche Schule und bin durch die Empfehlung von einem Bekannten zu Meister Bast gekommen. Ich wollte auch vorher schon wirklich sicher sein, dass das auch eine gute Schule ist, in die ich dann gehe. Dieses Training, und wie das alles hier abgelaufen ist, hat mir super gut gefallen. Aber es war auch anstrengend, besonders mit den Beinen. Das ist eine ganz andere Belastung als beim Boxen. Außerdem muss man hier auch richtig mitdenken, denn man macht diese Bewegungen nicht „einfach mal so".
Ich war die ganze Zeit voll konzentriert und auch vom Kopf her richtig beansprucht - es ist eben das viel zitierte Training für Körper und Geist. Hier würde ich gern auch noch einmal herkommen, aber es geht leider auch nur, wenn ich mich nicht gerade auf einen WM-Kampf vorbereiten muss".

Auch Meister Bast zeigte sich erfreut über den überraschenden Besuch und die gezeigten Leistungen der Weltmeisterin: „Ina hat ein sehr gutes Verständnis für die Techniken im Kung Fu. Obwohl sich das Training hier schon alleine aufgrund der Beintechniken vom Boxtraining unterscheidet und auch ganz andere Muskelgruppen angesprochen werden, hat sie das Gezeigte hervorragend umgesetzt."
„Falls sie irgendwann keine Profikämpfe im Boxen mehr machen sollte, kann ich ihr nur raten, ihr Talent für das Kung Fu weiter auszubauen."

Die Aufnahmen entstanden bei: CHING WOO GMBH Schule für Kampfkunst und Fitness, Überseering 23-25 in Hamburg. www.kungfu-hamburg.de